Smart Grids Salzburg
  • Smart Grids - Modellregion Salzburg

Unser Energiesystem steht vor einer Revolution. Eine moderne Energieversorgung, die Sonnen-, Wind- und Wasserkraft ausbaut und den Klimaschutz forciert, setzt auf viele, verteilte Erzeuger mit schwankendem Energieangebot: Das braucht ein Netz, das mehr kann als heute. SMART GRIDS – die intelligenten Netze – sind solchen Herausforderungen gewachsen. Salzburg ist international Vorreiter bei der Entwicklung von SMART GRIDS und den damit verbundenen intelligenten Lösungen für alle, die Energie benötigen.

Dieses „Netz 2.0 der Energiewirtschaft“ entsteht in Salzburg: Das Bundesland ist seit Dezember 2009 die erste SMART GRIDS Modellregion Österreichs und damit europaweites Vorbild für alle, die am Energiesystem der Zukunft arbeiten.

Ihr Nutzen

Mit Smart Grids ändern sich die Rollen im Energiesystem. Die Kunden eines Versorgungsunternehmens können gleichzeitig Lieferanten von Strom sein. Den Energieversorgern kommt in diesem künftigen System eine viel stärkere Steuerungsfunktion zu. Sie sind die Steuerzentrale des „Netz 2.0. der Energiewirtschaft“.

  • Der Kunde wird zum aktiven Teil des Gesamtsystems und erhält ein Stück Eigenverantwortung zurück.
  • Energie-Feedback unterstützt die Bemühungen zu höherer Energieeffizienz: Konsumenten können durch intelligente Feedback-Systeme ihren Energieverbrauch optimieren und damit ihre Kosten senken.
  • Gleichzeitig können Sie erneuerbare Energie optimal nutzen und ins Netz einspeisen.
  • Smart Grids sorgen für sichere und stabile Netze und eine verlässliche Versorgung.
  • Smart Grids machen das Netz intelligenter und sparsamer – und helfen mit, den Energieverbrauch zu senken.

 

Von der Einbahn zum Gegenverkehr

Seit der Erfindung der Elektrizität funktionierte das Verteilnetz für Strom nach demselben Prinzip: Der Strom gelangte von einem zentralen Kraftwerk über ein Netz an Hoch-, Mittel- und Niederspannungsleitungen an die Endverbraucher – sehr vereinfacht gesagt floss der Strom in eine Richtung.

Heute verschwimmen die Grenzen zwischen Stromkonsumenten und –produzenten: es entsteht Gegenverkehr im Netz. Denn, wenn immer mehr Erzeuger dezentral Energie ins Netz einspeisen, muss der Strom in beide Richtungen fließen können. Die Spannung im Netz muss stabil bleiben, damit das Gesamtsystem funktioniert und die Versorgung gesichert ist. Dazu  braucht es Management im Netz. Und dieses wird  zukünftig nicht nur mit unterschiedlichen Spannungen, sondern auch mit vielen Informationen von Konsumenten, zentralen und dezentralen Kraftwerken, Umspannwerken und Trafostationen umgehen müssen.

In Zukunft wird es aber nicht nur schwierig prognostizierbare Energiemengen, sondern auch mehr Energieerzeuger geben. Die Zeiten, in denen einige große Kraftwerke im Großen und Ganzen den Strom für eine Region erzeugt haben, gehen dem Ende zu. Immer mehr Einzelhaushalte und Betriebe haben Photovoltaikanlagen, Biomasse-Heizkraftwerke oder Kleinwasserkraftwerke und speisen die Energie, die sie nicht selbst benötigen, auch in das Netz ein. Sie sind gleichzeitig Konsumenten und Produzenten von Strom. Die Folge: Es entsteht sozusagen „Gegenverkehr im Stromnetz“.

Die zahlreichen Projekte der Modellregion zum Stromnetz setzen auf eine weitgehend automatisierte Spannungsregelung und erproben ein zentrales und ein regionales Regelungsmodell.

 

Während sich die Erzeugung von Wasser-, Kohle- oder Gaskraftwerken sehr gut steuern lässt, ist man bei Wind- und Sonnenkraftwerken mit großen Herausforderungen konfrontiert. Eine Photovoltaikanlage erzeugt nur Strom, wenn die Sonne scheint, eine Windkraftanlage nur dann, wenn genügend Wind bläst. Damit das Gesamtsystem im Gleichgewicht bleibt, müssen aber Angebot und Nachfrage im Stromnetz immer ausgeglichen sein. Das erfordert neue Speichermöglichkeiten – wie beispielsweise die Akkus von Elektrofahrzeugen – und ein intelligentes Management, das im Netz Erzeugung, Verbrauch und Speicherung ausgleicht.